Die meisten Omas haben Hobbies.
So auch meine.
Manchmal zieht sie mit dem Opa durch halb China.
Manchmal strebert sie mit unerhörtem Ehrgeiz italienische Vokabel.
Und manchmal sticht sie sich mit einer Nadel ungefähr siebenundzigmyriardenmal in den Finger.
Bloß so?

Weit gefehlt! Das ist nämlich nicht nur schmerzhaft, sondern obendrein auch noch produktiv.
"Quiltdecke" heißt sowas in einschlägig gebildeten Kreisen.
Für mich nur kurz: der Feind!

Der eindeutige Nachteil bei handgenähten Schlafstättenüberwürfen ist nämlich der,
dass die Kurze da richtig happig drauf ist.
Soll heißen: die Decke sollte in friedlicher Koexistenz mit meiner Person ein möglichst langes,
falten- und fusselfreies Leben genießen dürfen.
Und die urspünglichen Farbschattierungen beibehalten.

Bei der Farbenvielfalt ganz klar eine harte Ansage.
Vor allem wo ich doch dazu tendiere sämtliche von mir in Beschlag genommen Möbelstücke
nicht nur mit dem mir eigenen Odeur, sondern auch mit einem leichten Braun-Schleier zu versehen.
Eine Art Cashmere-Topping, könnte man sagen.
Und welches Möbelstück mir das liebste von allen ist, das ist ja wohl klar, oder?

Woher die ungewollt haarige Heimdekoration wohl rühren mag?
Mir ist wie immer als einzigem des Rätsels Lösung sonnenklar:

Unter dem Perserteppich lebt exaktestens seit dem Tage meiner Ankunft eine Sondereinheit militanter,
hundehassender Staubmilben die böswilligst täuschend echt nachgemachte Hundehaare an den brisantesten Plätzen
der Wohnung (zB auf der Zahnbürste, in der Butter...) verteilt.
Sabotage!

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